Beton glätten

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten Beton zu glätten:

Beide Vorgehensweisen des Beton glättens unterscheiden sich elementar. Hier ist das Glätten von Beton in Handarbeit näher beschrieben (auch um den Nutzen eines Flügelglätters hervorzuheben).

Beton glätten Handarbeit

Tipp 1 Verschalung zum Glätten nutzen

Beton Verschalung beim abschließenden Beton glätten nutzen.
Die Verschalung lässt sich zum Glätten nutzen.
Oftmals wird beim Betonieren ja mit einer Verschalung gearbeitet. Beim späteren Glätten des Betons ist es sehr hilfreich, wenn die Verschalung genau in der Höhe aufgebaut wurde, die der geplante Betonboden selbst haben soll. Dann kann die Oberkante der Bretter der Verschalung zur Führung des Kantholzes genutzt werden, mit dem die erste Nivellierung durchgeführt wird (siehe Schritt 1 Betonglätten).

Tipp 2 Gegen die Zeit arbeiten

Beim Betonglätten per Hand muss zügig gearbeitet werden. Beton kann schnell antrocknen, dann ist er aber kaum noch zu bearbeiten. Besonders schnell wird Beton trocken, wenn die Fläche zum Beispiel direkt in der Sonne liegt oder es eben sehr heiß ist und das Wasser schnell verdunstet. Hier kann man mit einem Sonnensegel für zusätzliche Zeit sorgen und an heißen Tagen den Wettlauf gegen die Zeit für sich entscheiden.

Material und Werkzug zum Glätten von Beton

Als Material wird neben dem frisch gegossenem Beton noch jede Menge Wasser benötigt. Gerade auch weil angefeuchtetes Werkzeug das Betonglätten erleichtert.
An Werkzeug wird beim Beton glätten Folgendes benötigt: Kantholz, Abziehpatsche, Glättkelle, Reibebrett, Maurerkelle

Schritt 1 Erstes Nivellieren - Einebnung des frischen Betons

Beton Verschalung beim abschließenden Beton glätten nutzen.
Einebnen des frischen Betons - Nivellieren
Zunächst sollte man eine erste Nivellierung durchführen. Darunter versteht man die Einebnung des frischen Betons. Dafür sobald die letzte Betonschicht gegossen wurde, ein gerades Kantholz (Bohle) zu Hand neben und dieses auf die Oberkante der Verschalungsbretter aufsetzen. Nun führt man das Kantholz langsam über die Verschalungsbretter und über den Betonboden und zwar in einer sägenden Bewegung. Durch die sägende Bewegung (also das Kantholz nicht nur nach vorne führen, sondern dabei auch immer in der Länge hin und her bewegen) wird die Bildung von Rissen an der Oberfläche vermieden.

Beim Führen sollte man immer etwas Beton vor dem Kantholz haben (etwa 2,5 Zentimeter). Damit können Risse in der Betonoberfläche sofort aufgefüllt werden.

Das Kantholz sollte so lang sein, dass es einige Zentimeter über die Begrenzung (Verschalung) ragt, schon wegen der sägenden Bewegung. Es sollte natürlich besonders gerade sein.

Bei größeren Betonflächen sollte man den Beton in Etappen gießen und nivellieren.

Schritt 2 Gleitglättung mit der Abziehpatsche

Beton Verschalung beim abschließenden Beton glätten nutzen.
Beton Glätten - Abziehpatscher selbstgebaut
Nun greift man entweder zum Abziehpatscher oder zu einer Glättkelle. Gearbeitet wird nun von Innen nach Außen. Mit glättenden Bewegung gleitet das gewählte Werkzeug über den Beton. Dabei darf sich kein Beton lösen. Der Patscher bzw. die Kelle sollen die Oberfläche schließlich glätten.

Mit dem Abziehpatscher muss die gesamte Betonfläche bearbeitet werden. Der Patscher wird dabei vor und zurück bewegt und zwar senkrecht zu der Richtung, in der man zuvor das Kantholz bewegt hat.

Bei der Abziepatsche handelt es sich um ein flaches Werkzeug mit einem langen Griff. Es ist ideal zum Glätten von kleineren Löchern und Rissen (siehe Bild).

Damit der Patscher beim Arbeiten gut gleitet, kann dieser beim Schieben und Ziehen ganz leicht in eine Richtung angehoben werden und zwar in die Richtung von einem Weg. Dann hat das Werkzeug eine kleinere Kontaktfläche. Aber Vorsicht, Ziel ist es nicht, dass sich der andere Rand nun in den Beton drückt.

Zum Glätten kann statt dem Abziehpatscher auch eine Glättkelle eingesetzt werden. Diese ist vor allem bei kleinen Betonflächen gut geeignet. Mit der Glättkelle sollte die gesamte Oberfläche in gleitenden und überlappenden Bögen bearbeitet werden. Statt Patscher und Glättkelle kann auch ein schmales, langes Glättschwert zum Einsatz kommen.

Einen Abziehpatscher kann man sich aus einem Holzbrett und einem Besenstil auch selbst bauen.

Schritt 3 Kanten abziehen

An den Kanten des Betonbodens wird nun die rechtwinklige Kantenglättkelle angesetzt. Damit rundherum eine Abschlusskante sauber abziehen. Mit dem Abkantwerkzeug sollen gleichmäßige Kanten und Ecken an der Verschalung erarbeitet werden. Also an den Stellen, an denen man mit Patsche und Glättkelle nicht so genau arbeiten konnte. Beim Abkanten vorsichtig arbeiten, so dass keine Abdrücke hinterlassen werden.

Schritt 4 Finale Reibeglättung

Wenn das Schwitzwasser abgetrocknet kommt das Reibebrett zum Einsatz. Mit kreisenden Bewegungen kann nun die finale Glättung durchgeführt werden.

Je nachdem, wie groß die gegossene Betonfläche ist, kann es notwendig sein Dehnungsfugen anzubringen. Und je nachdem wofür die Betonfläche gedacht ist, können noch weitere Arbeitsschritte nötig sein.

Betonglätter einsetzen

Wenn die Betonart es zulässt, kann man statt auf Handarbeit auch auf maschinelle Hilfe setzen und einen Betonglätter bzw. Flügelglätter einsetzen. Dieser wird dann statt dem Abziehpatscher bzw. der Glättkelle eingesetzt. Den Betonglätter am besten mit zwei Personen (so eine Maschine wiegt gerne auch um 100 Kilogramm) vorsichtig auf die zu glättende Betonfläche setzen. Bedient werden kann der Betonglätter dann von einer Person. Beginnen sollte man, vor allem, wenn man wenig Übung beim Einsatz eines solchen Gerätes hat, eher in der Mitte er Betonoberfläche, damit die Kanten des Betons nicht beschädigt werden.

Nachträgliches Glätten von Beton

Tipp: Ein fest abgebundener Betonboden lässt sich nachträglich nur noch durch Schleifen glätten. Eine Lösung kann auch seine, mit frischer Ausgleichsmasse Unebenheiten und Ungleichmäßigkeiten zu beseitigen und diesen frischen Boden zu glätten.

Beton schleifen ist nicht Betonglätten

Das Glätten von Beton darf nicht mit dem Schleifen oder Polieren von Beton verwechselt werden. Ein zuvor geglätteter Beton kann geschliffen und poliert werden, mit polieren und schleifen bekommt man aber keinen geglätteten Beton hin. Betonglätten benötigt durchaus Fingerfertigkeit und Geduld. Außerdem sollte man zügig arbeiten können.